Hansen/2

Bei Cordula Ditz steht weniger die Wiedererkennbarkeit der eigenen künstlerischen Handschrift als der inhaltliche Bezugsrahmen. Das Motiv der ohnmächtigen Frau, sehr beliebt in Kombination mit einem bedrohlichen Monster à la King Kong, besitzt eine lange Tradition. Im Kino der 1950er Jahre war es derart populär, dass sogar Filme mit dieser Szene beworben wurden, in denen eine solche Ohnmacht gar nicht vorkam. Diese Entwicklung lässt sich ursächlich mit der Angst der Weißen vor der erstarkenden afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung in Verbindung bringen. Im Bild der besinnungslos verschleppten Frau kulminierten sowohl die Sorge um Potenzverlust in Konkurrenz mit dem »monströsen« Anderen als auch das grundsätzliche Misstrauen gegenüber der Unberechenbarkeit des »schwachen Geschlechts«.

H